Spenderscreening und die Sicherheit des Produkts
Es beruhigt zu wissen, was hinter Ihrer Kapsel steht: ein strenges Spenderscreening nach internationalen Standards, eine zweimal durchgeführte Blutuntersuchung, ein umfangreiches Erregerpanel und eine kontrollierte Herstellung. Hier lernen Sie die vollständige Sicherheitskette kennen.
Es ist natürlich, dass sich Ihnen die Frage stellt: Ist es sicher, die Darmflora eines anderen Menschen einzunehmen? Die Antwort lautet, dass genau deshalb eine lange, strenge Sicherheitskette hinter Ihrer Kapsel steht. Wir prüfen die Spender gründlich nach internationalen Standards: eine zweimal durchgeführte Blutuntersuchung, ein umfangreiches Erregerpanel und eine sorgfältige Gesundheitsbewertung. Das fertige Produkt stellen wir unter kontrollierten, dokumentierten Bedingungen her, und jeder Charge geben wir eine rückverfolgbare Kennung. In diesem Kapitel erfahren Sie alles, was Ihre Kapsel durchlaufen hat, bis sie zu Ihnen gelangt.
Der Weg des Spenders – das strenge Screening
Der Inhalt einer DiffBiome-Kapsel stammt von einem gesunden menschlichen Spender[G] – doch damit jemand Spender werden kann, muss er sehr viele Filter passieren. Das Ziel ist ein zweifaches: einerseits sicherzustellen, dass die Flora des Spenders gesund, vielfältig und wertvoll ist, und andererseits jedes Risiko auszuschließen, das Infektionen oder andere Krankheitserreger auf den Empfänger[G] übertragen könnte.
Das Spenderscreening[G] ist keine einmalige Untersuchung, sondern ein sorgfältig aufgebauter Prozess, der internationalen Fachstandards folgt. Er beginnt mit einem ausführlichen Gesundheits- und Lebensstilfragebogen, der sehr vieles ausschließt: Hat jemand zum Beispiel eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, ist das ein striktes Ausschlusskriterium. Wir achten auch auf die Ernährung des Spenders – er isst tierisches Eiweiß, das antibiotikafrei gehalten wird, damit seine Flora möglichst rein ist. Auch hier ist Sicherheit grundlegend: Die Tiere stammen aus unserem eigenen Tierhaltungsbetrieb.
Ein Eckpfeiler des Screenings ist, dass wir die Blutuntersuchung nicht einmal, sondern zweimal im Abstand von acht Wochen durchführen. Das ist wichtig, weil einige Infektionen ein "diagnostisches Fenster" haben, in dem sie noch nicht nachweisbar sind – die zweifache, zeitlich getrennte Untersuchung schließt diese Lücke. Nur ein Spender, der beide Runden besteht, kann weitermachen.
Die Sicherheit des Produkts – von der Herstellung bis zur Kapsel
Von hier an gelangt die Flora des geprüften Spenders in einen kontrollierten Herstellungsprozess. Wir befreien das Ausgangsmaterial von Krankheitserregern, überführen es in eine lebende Bakteriensuspension, trocknen es dann schonend und füllen es in Kapseln ab. Der Prozess ist keine industrielle Massenproduktion, sondern verläuft nach strengen Qualitätsstandards – der sogenannten GMP, der guten Herstellungspraxis: Wir prüfen jede Charge, unter anderem darauf, dass sie genügend lebensfähige Bakterien enthält und nichts, was nicht hineingehört.
Jede Dosis erhält eine rückverfolgbare Kennung, eine sogenannte LOT-Nummer. Diese ist wie eine Geburtsurkunde: Sie sagt genau, von welchem Spender, wann und aus welcher Charge Ihre Kapsel hergestellt wurde. Deshalb ist es wichtig, die LOT-Nummer immer in Ihr Tagebuch zu schreiben – sollte eine Frage auftauchen, lässt sich so jede Dosis zurückverfolgen. Das LOT-System macht es außerdem möglich, bei Bedarf auf eine andere Charge zu wechseln.
Die Kapsel enthält nicht nur lebende Bakterien, sondern auch einige Hilfsstoffe, die die Flora ernähren und stabilisieren. Das sind allesamt bekannte, sichere Substanzen. Die ungeöffnete Flasche bewahrt man am besten dunkel, kühl und stehend auf – auch die Lagerung hat ihre eigenen Regeln, damit die Bakterien lebensfähig bleiben. Diese ganze Kette – vom Screening über die Herstellung bis zur Lagerung – ergibt zusammen die Sicherheit, auf der Ihre Kur aufbaut.
Das Spenderscreening erfolgt entlang der Empfehlungen von EMA/WGO/EAGEN als mehrstufiges Protokoll. Serologische Untersuchung zweimal im Abstand von 8 Wochen – HIV-1/2, Hepatitis A/B/C/E, Treponema pallidum (Syphilis) und Entzündungsmarker –, um das infektiöse diagnostische Fenster abzudecken. Die Spende wird mit einem Multiplex-PCR-Erregerpanel untersucht: Bakterien (Salmonella, Shigella, Yersinia, Campylobacter, pathogene E.-coli-Stämme, Clostridioides spp., Vibrio, Plesiomonas), Parasiten (Cryptosporidium, Cyclospora, Entamoeba, Giardia), Viren (Adeno-, Astro-, Noro-, Rota-, Sapovirus, SARS-CoV-2), H. pylori sowie multiresistente Erreger (MRSA, MRSE, VRE, ESBL, CRE). Die Ernährung des Spenders enthält antibiotikafreies tierisches Eiweiß. Die Spenderbewertung erfolgt mit einem strukturierten Fragebogen und einem Scoring (Donor Screening Questionnaire, DSQ): strukturelle/entzündliche GI-Erkrankungen – IBD, Zöliakie, mikroskopische Kolitis – sowie funktionelle Störungen (z. B. IBS) sind absolute Ausschlusskriterien; eine frühere Antibiotikaexposition ist ein Marker der Floraqualität (der kuratierten Evidenz zufolge verschlechtert eine Antibiotikaexposition des Spenders das FMT-Ergebnis – Grosen 2025 [2722] Lancet Microbe; Palleja 2018 [2721]; Dethlefsen & Relman 2011 [218]). Verarbeitung der Spende: Erregerfreigabe → Bakteriensuspension → Lyophilisation → Verkapselung.
Die Herstellung schließt mit der Kapselabfüllung auf GMP-Niveau und der Qualitätskontrolle ab: Zu den Freigabebedingungen zählt die Eignung der jeweiligen LOT zur Übertragung der lebensfähigen Matrix, mit LOT-Kennzeichnung und vollständiger Rückverfolgbarkeit. Die Hilfsstoffe der Formulierung: Kartoffelstärke (Amylum solani), Inulin (aus Zichorie), Vitamin B6 (Pyridoxal-5-phosphat), Vitamin B12 (Cyanocobalamin) und Vitamin B9 (Folsäure) – sie ernähren und stabilisieren das Transplantat. Verpackung in dunklem Glas, mit einem Originalitätsverschluss (und auf Wunsch kindergesichert); das Etikett enthält die Kapselzahl, die LOT-Nummer, das Verfallsdatum und die Lagerbedingungen. Sicherheitsprofil: Die häufigsten Nebenwirkungen sind mild und vorübergehend (GI-Beschwerden, Blähungen, Flatulenz, vorübergehender Durchfall/Verstopfung); ein seltenes, schweres Ereignis (Infektion, allergische Reaktion) erfordert eine sofortige ärztliche Abklärung; den randomisierten Daten zufolge liegt die Rate schwerer unerwünschter Ereignisse bei <0,5% (van Nood 2013 [7]). Erhöhte Vorsicht ist bei immundefizienten/immunsupprimierten Patientinnen und Patienten geboten, und für Schwangerschaft/Stillzeit liegen begrenzte Daten vor; im Rahmen der Pharmakovigilanz melden wir unerwünschte Ereignisse an die EMA/FDA/lokale Behörde. Nach dem rechtlichen Rahmen erbringt die MicroBiome Bank eine Dienstleistung und verkauft kein Produkt – das Transplantat ist Eigentum des Spenders, bis es vom Empfänger verwendet wird.
Machen Sie sich heute bewusst, dass Ihrer Kapsel eine strenge Sicherheitskette vorausging. Das kann Ihnen helfen, Sorgen loszulassen und die Kur beruhigt fortzusetzen.
- Nehmen Sie die tägliche DiffBiome-Dosis nach der gewohnten Routine ein;
- Prüfen Sie, ob die LOT-Nummer in Ihrem Tagebuch steht;
- Flüssigkeitszufuhr: ein extra Glas nach jedem lockereren Stuhl;
- Tagebuch: Stuhlzahl, Bristol, Blähungen, blutiger Stuhl, Flüssigkeit, LOT-Nummer, Befinden.
Achten Sie heute auf die Lagerung: Ihre Kapseln bleiben lebensfähig, wenn Sie sie am richtigen Ort aufbewahren. Das ist Ihr Teil der Sicherheitskette.
- Nehmen Sie die tägliche DiffBiome-Dosis ein;
- Prüfen Sie, ob die ungeöffnete Flasche kühl, dunkel und stehend aufbewahrt wird (folgen Sie der Lagerungsanweisung auf dem Etikett);
- Öffnen Sie die Flasche nur zur Entnahme der Dosis und schließen Sie sie danach wieder;
- Tagebuch: Stuhlzahl, Bristol, Blähungen, Flüssigkeit, Befinden.
Blicken Sie heute auf den Trend zurück und machen Sie sich bewusst, wie weit Sie gekommen sind. Die erste Phase geht langsam in die längere Phase des Engraftments über.
- Nehmen Sie die tägliche DiffBiome-Dosis ein;
- Tagebuch: Durchsicht des Trends von Stuhlzahl und Bristol-Wert für die Tage 19–21;
- Wenn die Beschwerden nicht nachlassen, informieren Sie Ihren behandelnden Arzt;
- Bei jedem Warnzeichen (z. B. einem Zeichen, das auf eine Infektion oder Allergie hindeutet) → sofort zum Arzt.
🍽️ Die Ernährung in diesen Tagen
In diesen drei Tagen lernen Sie die Sicherheitskette des Produkts kennen – Spenderscreening, Herstellung und Lagerung –, während Ihre Ernährung weiter der schonenden, stopfenden Linie folgt. Ihre Aufgaben: Nehmen Sie die Tagesdosis nach der gewohnten Routine ein, trinken Sie nach jedem lockereren Stuhl ein extra Glas Wasser, und vergessen Sie nicht, die LOT-Nummer in Ihr Tagebuch zu schreiben und die ungeöffnete Flasche kühl, dunkel und stehend aufzubewahren.
Für diese Tage empfiehlt der Pflanzenkalender Quellen mit schonenden, löslichen Ballaststoffen und resistenter Stärke: an Tag 19 Hafer (das darin enthaltene Beta-Glucan ist ein löslicher, darmschonender Ballaststoff), an Tag 20 gekochte Karotte (löslicher Ballaststoff, beruhigende Wirkung) und an Tag 21 gekochte, abgekühlte Kartoffel, in der sich beim Abkühlen resistente Stärke bildet. Diese Ballaststoffe ernähren die guten Bakterien im Dickdarm und unterstützen einen festeren Stuhl, während Ihre Symptome abklingen. Bauen Sie die Pflanze des Tages in mindestens eine Mahlzeit ein, gekocht oder gedünstet; wenn Sie eine davon nicht gut vertragen, lassen Sie sie weg und kommen Sie später darauf zurück.
Erfassen Sie in diesen Tagen täglich:
- DiffBiome-Dosis (Kapseln/Tag) und die LOT-Nummer;
- tägliche Stuhlzahl;
- Stuhl nach der Bristol-Skala (1–7);
- Blähungen (0–5);
- blutiger Stuhl (ja/nein);
- Flüssigkeitszufuhr (Liter);
- Befinden (1–5);
- Notiz: jede ungewöhnliche, möglicherweise allergische Reaktion;
- Bewegung: Art + Minuten, Schrittzahl (Ziel/tatsächlich);
- Stressniveau (1–5) und Stimmung (1–5);
- Schlaf (Stunden + Qualität 1–5).
Wenn Sie wissen, welch strenges Screening und welch kontrollierte Herstellung Ihre Kapsel durchläuft, fällt es leichter, die Kur mit Vertrauen und Ruhe fortzusetzen. Das Notieren der LOT-Nummer ist Ihr Teil in dieser Sicherheitskette: Damit bleibt jede Dosis rückverfolgbar – was Ihrer Sicherheit dient.
[[REFERENCES]]
#Cdifficile #DiffBiome #Spenderscreening #Sicherheit #GMP
Literatur
[7] van Nood E, Vrieze A, Nieuwdorp M et al. Duodenal infusion of donor feces for recurrent Clostridium difficile. N Engl J Med. 2013. Link
[218] Dethlefsen L, Relman DA. Incomplete recovery and individualized responses of the human distal gut microbiota to repeated antibiotic perturbation. Proc Natl Acad Sci USA. 2011. Link
[2721] Palleja A, Mikkelsen KH, Forslund SK et al. Recovery of gut microbiota of healthy adults following antibiotic exposure. Nature Microbiology. 2018. Link
[2722] Grosen AK et al. Effects of clinical donor characteristics on the success of faecal microbiota transplantation for patients in Denmark with Clostridioides difficile infection: a single-centre, prospective cohort study. The Lancet Microbe. 2025. Link

