IV. Phase 3 – Stabilisierung und Prävention (Tage 61–90)

IV. 7. Besondere Gruppen: ältere Menschen, Immunsupprimierte, IBD, Schwangerschaft

Die Grundsätze der DiffBiome-Kur gelten für alle, doch einige Lebenssituationen verlangen besondere Vorsicht. In den nächsten drei Tagen gehen wir durch, worauf Sie achten sollten, wenn Sie älter sind, wenn Ihr Immunsystem geschwächt ist, wenn Sie eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung haben oder wenn Sie ein Kind erwarten – und warum es sich in solchen Fällen lohnt, engeren Kontakt zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu halten.

Zusammenfassung

Die Grundregeln der rezidivierenden Clostridioides-difficile[G]-Infektion und der DiffBiome-Kur gelten für alle gleichermaßen: die richtige Einstufung, die genaue Kapseleinnahme, die Flüssigkeitszufuhr und der Aufbau des Lebensstils. Einige Lebenssituationen verlangen jedoch, dass Ihre Ärztin oder Ihr Arzt noch sorgfältiger vorgeht und Sie häufiger befragt und sieht. Dazu gehören höheres Alter mit mehreren gleichzeitigen Erkrankungen, ein geschwächtes Immunsystem, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen[G] (IBD) sowie Schwangerschaft und Stillzeit. Keine dieser Situationen schließt eine Behandlung automatisch aus – doch bei jeder ist "langsamer, mit engerer Überwachung" der kluge Weg. Dieses Kapitel hilft Ihnen zu erkennen, ob auch Sie zu einer dieser Gruppen gehören, und sagt Ihnen, was das in der Praxis bedeutet.

Höheres Alter: mehr Grunderkrankungen, ein vorsichtigeres Tempo

Wenn Sie älter sind, ist Ihre Genesung ein ebenso realistisches Ziel wie für alle anderen – im Gegenteil, die rezidivierende Infektion trifft häufiger die ältere Altersgruppe, sodass die DiffBiome-Kur besonders hilfreich sein kann. Der Unterschied liegt eher darin, dass im höheren Alter häufiger mehrere Erkrankungen gleichzeitig bestehen (Herz, Nieren, Diabetes) und Sie oft mehrere Medikamente einnehmen. Das ist kein Hindernis, sondern ein Grund dafür, dass Ihre Ärztin oder Ihr Arzt das Gesamtbild gründlicher überprüft: Welches Ihrer Medikamente passt wie zur Kur, und wo ist Vorsicht geboten.

In der Praxis bedeutet das, dass eine Dehydratation noch genauer beobachtet werden muss – in einem älteren Körper verursacht ein Flüssigkeitsdefizit früher Schwindel, Schwäche und Verwirrtheit [159]. Halten Sie Flüssigkeit griffbereit, trinken Sie regelmäßig, und warten Sie nicht, bis Sie durstig sind. Wenn Sie allein leben, vereinbaren Sie mit einer angehörigen Person, dass sie sich während der Kur täglich nach Ihnen erkundigt.

Zwei weitere Überlegungen sind im höheren Alter besonders wichtig. Die erste ist die altersbedingte Fitness. Krankheit und Bettruhe beschleunigen den Muskelverlust (Sarkopenie) [158], was das Risiko für Stürze und Frakturen erhöht. Genau deshalb geht es bei Bewegung im höheren Alter nicht um Leistung, sondern um den Erhalt von Muskelkraft und Gleichgewicht: ein regelmäßiger, sicherer täglicher Spaziergang, einfache Aufsteh-Übungen von einem stabilen Stuhl und – wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt zustimmt – leichte Gleichgewichts- und Widerstandsübungen. Begleitet werden sollten diese von ausreichend Eiweiß in der Ernährung, denn Eiweiß ist das Baumaterial der Muskeln und kommt im höheren Alter leicht zu kurz. Das Ziel ist einfach: aus der Kur nicht nur symptomfrei hervorzugehen, sondern auch kräftig und sicher auf den Beinen. Auch im häuslichen Umfeld lohnt es sich, Sturzgefahren zu verringern: gute Beleuchtung, das Entfernen rutschiger Teppiche, ein Haltegriff im Bad.

Die zweite ist die Medikationsüberprüfung. Im höheren Alter ist Polypharmazie häufig – viele parallel eingenommene Medikamente –, und darunter können solche sein, die das CDI-Risiko oder die Symptome beeinflussen (zum Beispiel säurehemmende PPI[G] oder motilitätsverlangsamende Mittel). Es lohnt sich, die vollständige Medikamentenliste einmal gründlich mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt durchzugehen: Welcher Wirkstoff wird wirklich noch benötigt und welcher kann sicher wegfallen. Das ist keine eigenständige Entscheidung, sondern eine gemeinsame, bewusste Überprüfung – jeder unnötige Wirkstoff, der wegfällt, ist eine weitere Schutzschicht für Ihre Flora.

Ein geschwächtes Immunsystem: verstärkte Überwachung

Wenn Ihr Immunsystem aus irgendeinem Grund schwächer ist – zum Beispiel wegen Medikamenten nach einer Transplantation, wegen Chemotherapie, einer Biologikatherapie oder einer Grunderkrankung –, kann die DiffBiome-Kur weiterhin erwogen werden, aber mit engerer ärztlicher Überwachung. Der Grund dafür ist einfach: Ein schwächeres Immunsystem kann selbst jene wenigen Bakterien schlechter in Schach halten, die in einem gesunden Körper überhaupt kein Problem verursachen würden.

Das bedeutet nicht, dass die Kur für Sie gefährlich ist – genau deshalb ist das Spenderscreening äußerst streng. Es bedeutet vielmehr, dass Ihre Ärztin oder Ihr Arzt häufiger nach Ihnen sieht, Fieber und Ihr Allgemeinbefinden genauer beobachtet und bei jedem ungewöhnlichen Symptom sofort handelt. Ihre Aufgabe ist es in solchen Zeiten, kein Symptom herunterzuspielen und jedes ungewöhnliche Zeichen zu melden – auch wenn es leicht erscheint.

IBD und Schwangerschaft: begrenzte Daten, eine gemeinsame Entscheidung

Wenn Sie eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung haben (Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa), insbesondere während eines aktiven Schubes, darf eine Behandlung nur mit besonderer Vorsicht und unter Anleitung Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihres behandelnden Arztes begonnen werden – der entzündete Darm kann anders reagieren, und die Symptome sind schwerer zu trennen. Ähnlich verhält es sich bei Schwangerschaft und Stillzeit: Für diese Lebenssituationen liegen derzeit begrenzte Daten vor, deshalb sollte die Entscheidung stets gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt getroffen werden, mit einer ehrlichen Abwägung des erwarteten Nutzens und der Unsicherheiten. Wenn eine dieser Situationen auf Sie zutrifft, behandeln Sie dieses Buch nicht als Entscheidungsinstanz – das Buch hilft Ihnen, Ihre Fragen zu formulieren, doch die Antwort finden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

🩺 Klinischer Block

Das DiffBiome-Datenblatt (DiffBiome Service Datasheet, MicroBiome Bank) gibt für mehrere besondere Gruppen Orientierung. Bei immundefizienten oder immunsupprimierten Patientinnen und Patienten ist eine verstärkte Überwachung gerechtfertigt (Kelly 2014 [100]); in der Schwangerschaft und während der Stillzeit sind die Daten begrenzt, sodass die Anwendung eine individuelle ärztliche Beurteilung erfordert. Bei älteren Patientinnen und Patienten wird wegen Komorbiditäten[G] und Polypharmazie Vorsicht empfohlen; für die Altersgruppe unter 18 Jahren nennt das Datenblatt keine bekannte Kontraindikation, doch eine fachärztliche Aufsicht ist in jedem Fall verpflichtend.

Zustände, die laut Datenblatt absolute Vorsicht verlangen: toxisches Megakolon[G], fulminante Kolitis[G] und der Verdacht auf eine Blutstrominfektion – diese erfordern eine gründliche Abklärung, bevor ein FMT-Präparat überhaupt erwogen wird (Carlson 2022 [058]; Cammarota 2017 [016]). Das Spenderscreening – Blut- und Stuhluntersuchungen höchstens 4 Wochen vor der Spende und, bei unverändertem Gesundheitszustand, höchstens alle 8 Wochen wiederholt, dazu ein Multiplex-PCR-Erregerpanel und ein MDRO-Screening – ist genau das, was das Risiko für immunsupprimierte Empfängerinnen und Empfänger minimiert, doch es ersetzt die klinische Wachsamkeit nicht (europäischer FMT-Konsens: Cammarota 2017 [016]; Stuhlbank-Konsens: Cammarota 2019 [735]).

Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen sind auch die Lehren auf der Spenderseite relevant: Im DSQ-Scoring ist eine strukturelle/entzündliche Darmerkrankung (IBD, Zöliakie, mikroskopische Kolitis) ein absolutes Ausschlusskriterium für den Spender (Donor SOP 003 v2.5). Auf der Empfängerseite sind während eines aktiven IBD-Schubes die Trennung der Symptome und die Beurteilung des Behandlungsansprechens schwieriger, sodass die SIS-Einstufung und der Tagebuchverlauf mit besonderer Sorgfalt interpretiert werden müssen (Clinical protocol guide v7.1, 2026-08-09).

Tag 79 – Nehmen Sie Ihre eigene Situation in den Blick

Schauen Sie heute ehrlich auf sich selbst: Gehören Sie zu einer der besonderen Gruppen? Wenn ja, ist das keine schlechte Nachricht – es bedeutet nur, dass sich ein zusätzliches Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt lohnt.

  • Überlegen Sie und schreiben Sie es auf: höheres Alter mit mehreren Medikamenten, ein geschwächtes Immunsystem, IBD, Schwangerschaft/Stillzeit – trifft etwas davon zu?;
  • Wenn ja, stellen Sie eine Liste Ihrer Fragen für die nächste ärztliche Konsultation zusammen;
  • Im höheren Alter: Achten Sie auf Ihre Fitness – ein täglicher Spaziergang, eine einfache Aufsteh-Übung und ausreichend Eiweiß zum Muskelerhalt;
  • Bewusste Flüssigkeitszufuhr: Trinken Sie regelmäßig, nicht erst bei Durst;
  • Tagebuch: Stuhlfrequenz, Bristol, Befinden, und notieren Sie es, wenn Ihnen ein ungewöhnliches Symptom auffällt.
Tag 80 – Medikamente und Wechselwirkungen überprüfen

Richten Sie den Blick heute auf Ihre Medikamente: im höheren Alter und als immunsupprimierte Person ist das besonders wichtig.

  • Erstellen Sie eine vollständige Liste aller Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, die Sie einnehmen;
  • Im höheren Alter/bei Polypharmazie: Bitten Sie die Ärztin oder den Arzt, die vollständige Medikamentenliste zu überprüfen – ob jeder Wirkstoff (z. B. PPI, Motilitätshemmer) noch nötig ist;
  • Denken Sie daran: Lassen Sie während der Kur Probiotika weg, sofern Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nichts anderes sagt;
  • Falls auch ein Antibiotikum zur Sprache kommt, besprechen Sie die 48-Stunden-Regel stets mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt;
  • Tagebuch: die üblichen Felder + die Medikamentenliste in der Notizspalte.
Tag 81 – Sprechen Sie mit einer angehörigen Person

Beziehen Sie heute jemanden aus Ihrem Umfeld ein: Eine vertraute angehörige Person oder eine Freundin bzw. ein Freund kann bei der Beobachtung sehr helfen, besonders wenn Sie zu einer der besonderen Gruppen gehören.

  • Sagen Sie einer nahestehenden Person, welche Warnzeichen sofortige Hilfe erfordern;
  • Vereinbaren Sie ein einfaches tägliches "Wie geht es dir?"-Signal, besonders wenn Sie allein leben;
  • Flüssigkeit und Ruhe nach der gewohnten Routine;
  • Tagebuch: der Verlauf der 3 Tage an einer Stelle und jedes erwähnenswerte Symptom.

🍽️ Essen an diesen Tagen

Auf der Ernährungsseite bedeutet das Thema der besonderen Gruppen ebenfalls ein vorsichtigeres Tempo: Das Grundprinzip ist dasselbe – eine abwechslungsreiche, ballaststoffreiche Ernährung, die die angewachsene Flora nährt –, doch der Schwerpunkt liegt auf der Sicherheit. Im höheren Alter sind die Flüssigkeitszufuhr und ausreichend Eiweiß (zum Erhalt der Muskelkraft) besonders wichtig; bei geschwächtem Immunsystem, IBD oder in der Schwangerschaft lohnt es sich, jede neue Quelle vorsichtig, in kleinen Portionen einzuführen und nach Verträglichkeit anzupassen. Die konkrete Essensaufgabe für die drei Tage: regelmäßig trinken (nicht erst bei Durst), auf Eiweiß achten und die Pflanze des Tages jeden Tag in mindestens eine Mahlzeit einbauen, schonend zubereitet.

Für diese Tage (79–81) bringt der Pflanzenkalender (Anhang F) die Quellen Datteln (79), frische Feigen (80) und Mohnsamen (81). Datteln und Feigen sind ballaststoffreiche, natürlich süße Quellen, und Mohnsamen liefern Kalzium und Ballaststoffe. In der zweiten Hälfte des Programms (etwa Tage 61–90) ist es das Ziel, die volle pflanzliche Vielfalt und fermentierbare Ballaststoffquellen aufrechtzuerhalten: Abwechslungsreiche Ballaststoffe sind Nahrung für die nützlichen Bakterien, aus der kurzkettige Fettsäuren[G] (darunter Butyrat[G]) entstehen, und diese wiederum unterstützen die Darmbarriere und die Diversität[G]. Eine vielfältige, stabile Flora ist die Grundlage der Widerstandsfähigkeit – und das ist für jede Altersgruppe und in jeder Situation nützlich. Wenn Sie eine der Quellen nicht vertragen oder sie Blähungen verursacht, lassen Sie sie weg und kommen Sie später darauf zurück – für die besonderen Gruppen gilt dieses Prinzip des "langsamer, beobachtend" auch beim Essen.

📊 Daten

Achten Sie in diesen Tagen neben den üblichen Feldern besonders auf:

  • DiffBiome-Dosis (Kapseln/Tag) und LOT-Nummer;
  • tägliche Stuhlfrequenz;
  • Stuhl nach Bristol-Skala[G] (1–7);
  • blutiger Stuhl (ja/nein);
  • Fieber (ja/nein, wenn ja: Temperatur);
  • Flüssigkeitszufuhr (Liter);
  • Befinden (1–5);
  • Notizspalte: eingenommene Medikamente, ungewöhnliche Symptome;
  • Bewegung: Art + Minuten, Schrittzahl (Ziel/tatsächlich);
  • Stressniveau (1–5) und Stimmung (1–5);
  • Schlaf (Stunden + Qualität 1–5).

Warum ist das wichtig?

Die besonderen Gruppen sind keine "Ausnahmen" von der Genesung – gerade bei ihnen kann DiffBiome den größten Nutzen bringen, da die rezidivierende Infektion sie oft am härtesten trifft. Entscheidend ist, dass die Behandlung in diesen Situationen stets eine gemeinsame Entscheidung mit engerer Überwachung ist: Sie berichten Ihre Symptome ehrlich, und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt passt die Kur, mit Blick auf das Gesamtbild, an Sie an. Es ist diese Partnerschaft, die den Weg sicher macht.

Literatur

[016] Cammarota G, Ianiro G, Tilg H et al. European consensus conference on faecal microbiota transplantation in clinical practice. Gut. 2017. Link

Europäische Konsensuskonferenz zur Erarbeitung evidenzbasierter Empfehlungen zur FMT in der klinischen Praxis, an der 28 Experten aus 10 Ländern in Arbeitsgruppen mitwirkten. Die Statements wurden über eine evidenzbasierte Übersicht erstellt, elektronisch in einem Delphi-Verfahren bewertet und in einer Plenar-Konsensussitzung finalisiert. Die Empfehlungen umfassen FMT-Indikationen, Spenderauswahl, Aufbereitung des Stuhlmaterials, klinisches Management, Applikation des Stuhls sowie Mindestanforderungen für die Einrichtung eines FMT-Zentrums. Das Dokument liefert den europäischen Standardisierungsrahmen für eine sichere und geregelte FMT-Anwendung.

[058] Carlson TJ, Gonzales-Luna AJ, Garey KW. Fulminant Clostridioides difficile Infection: A Review of Treatment Options for a Life-Threatening Infection. Semin Respir Crit Care Med. 2022. Link

Übersicht über die Behandlungsmöglichkeiten der fulminanten Infektion mit Clostridioides difficile. Die Autoren beziffern die fulminante Form auf 3–5 % aller CDI-Fälle und die zugehörige Mortalität auf 30–40 % — eine Größenordnung über der CDI-Mortalität auf Bevölkerungsebene. Die Übersicht geht die medikamentösen und chirurgischen Optionen der Versorgung des fulminanten Falls durch. In diesem Dokument liefert der Eintrag die Mortalitätsangabe für die Endstation in Abschnitt II. 1.; der Nenner ist die Gesamtheit der fulminanten Fälle und nicht nur der Kreis der operierten Patienten.

[100] Kelly CR, Ihunnah C, Fischer M, Khoruts A, Surawicz C, Afzali A, Aroniadis O, Barto A, Borody T, Giovanelli A, Gordon S, Gluck M, Hohmann EL, Kao D, Kao JY, McQuillen DP, Mellow M, Rank KM, Rao K, Ray A, Schwartz MA, Singh N, Stollman N, Suskind DL, Vindigni SM, Youngster I, Brandt L. **. American Journal of Gastroenterology. 2014. Link

Eine Clostridium-difficile-Infektion (CDI) ist bei immungeschwächten Patienten besonders gefährlich, doch die Sicherheit der fäkalen Mikrobiota-Transplantation (FMT) war in dieser Gruppe bislang unklar. Diese retrospektive Fallserie aus 16 Zentren untersuchte 80 immungeschwächte Patienten (75 Erwachsene, 5 Kinder) mit rezidivierender (55%), refraktärer (11%) oder schwerer/überlappender (34%) CDI; Ursachen der Immunschwäche waren u. a. HIV/AIDS, Organtransplantation, onkologische Erkrankungen, Immunsuppression bei chronisch-entzündlicher Darmerkrankung und weitere Zustände. Die CDI-Heilungsrate nach einer einzigen FMT betrug 78%, und der Eingriff war insgesamt sicher: schwere unerwünschte Ereignisse innerhalb von 12 Wochen waren selten und deuteten nicht auf eine durch FMT übertragene Infektion hin. Die Autoren schließen, dass die FMT auch bei immungeschwächten Patienten eine wirksame und sichere Option gegen CDI ist.

[158] Cruz-Jentoft AlfonsoJ, Bahat Gülistan, Bauer Jürgen, Boirie Yves, Bruyère Olivier, Cederholm Tommy, Cooper Cyrus, Landi Francesco, Rolland Yves, Sayer AvanAihie, Schneider StéphaneM, Sieber CornelC, Topinková Eva, Vandewoude Maurits, Visser Marjolein, Zamboni Mauro. **. Age and Ageing. 2019. Link

2010 veröffentlichte die European Working Group on Sarcopenia in Older People (EWGSOP) eine Definition der Sarkopenie; 2018 trat die Gruppe erneut zusammen (EWGSOP2), um sie angesichts eines Jahrzehnts neuer Evidenz zu aktualisieren, und dieses Papier stellt den überarbeiteten Konsens vor. EWGSOP2 versteht Sarkopenie neu als fortschreitende Muskelerkrankung (Muskelversagen) und stellt nun die niedrige Muskelkraft in den Mittelpunkt der Diagnose; niedrige Muskelmenge oder -qualität bestätigen die Diagnose, schlechte körperliche Leistungsfähigkeit zeigt eine schwere Sarkopenie an. Das Papier liefert einen aktualisierten Algorithmus zur Fallfindung, Diagnose und Schweregradbestimmung samt klaren Grenzwerten für die gemessenen Variablen. Die Autoren fordern Kliniker auf, Sarkopenie früh zu erkennen und zu behandeln, um nachteilige, für Patienten und Gesundheitssysteme belastende Folgen zu verhindern.

[159] Volkert D, Beck AM, Cederholm T, Cruz-Jentoft A, Goisser S, Hooper L, Kiesswetter E, Maggio M, Raynaud-Simon A, Sieber CC, Sobotka L, van Asselt D, Wirth R, Bischoff SC. **. Clinical Nutrition. 2019. Link

Mangelernährung und Dehydratation sind bei älteren Menschen weit verbreitet, während Adipositas ein wachsendes Problem darstellt. Diese ESPEN-Leitlinie gibt evidenzbasierte Empfehlungen zur klinischen Ernährung und Flüssigkeitszufuhr bei älteren Menschen, um Mangelernährung und Dehydratation vorzubeugen und zu behandeln. Sie behandelt außerdem, ob und wann gewichtsreduzierende Maßnahmen bei übergewichtigen oder adipösen älteren Menschen angebracht sind. Die praktische Botschaft lautet, den Ernährungs- und Flüssigkeitsstatus routinemäßig zu erfassen und individualisierte Maßnahmen zum Erhalt von Funktion, Mobilität und Lebensqualität einzusetzen.

[735] Cammarota G, Ianiro G, Kelly CR et al. International consensus conference on stool banking for faecal microbiota transplantation in clinical practice. Gut. 2019. Link

Dieser internationale Konsens von FMT-Experten aus Europa, Nordamerika und Australien formuliert Aussagen zum Stuhlbanking für FMT und deckt allgemeine Prinzipien, Organisation, Spenderauswahl und -screening, Stuhlgewinnung/-aufbereitung/-lagerung, Dienstleistungen und Kunden, Register, Endpunktmonitoring, Ethik sowie die sich wandelnde klinische Rolle der FMT ab. Der Konsens wurde über Delphi-Runden und eine Plenardiskussion erzielt, wobei die Aussagen durch die beste verfügbare Evidenz gestützt sind. Das Dokument leitet die weltweite Entwicklung von Stuhlbanken an, um einen sicheren und gerechten FMT-Zugang bei rezidivierender C. difficile-Infektion zu fördern.

Autoren:
PG
Dr. Patay Gábor
Arzt, Mikrobiota-Spezialist
BA
Dr. Bezzegh Attila
ärztlicher Direktor, klinischer Mikrobiologe
AM
Dra. Anna Munar
Ärztin, Exposom-Spezialistin
MicroBiome Bank — medizinisch geprüfte Fachinhalte. Letzte Aktualisierung: 2026.