XIV. Algen

XIV. 3. Chlorella

Die zellwandaufgeschlossene Alge – viel Chlorophyll, CGF-Wachstumsfaktor und quecksilberbindende Kapazität.

Lateinischer_name: Chlorella vulgaris, Chlorella pyrenoidosa, Chlorella sorokiniana (Chlorellaceae)Wichtigste_bioaktivstoffe: Chlorophyll a/b (etwa 2–5% der Trockenmasse), vollständiges Protein (50–60%), CGF (Chlorella Growth Factor – Nukleotid-Peptid-Komplex), β-1,3-Glucan, Carotinoide, aktives B12 (in einigen Stämmen)FODMAP: niedrig (≤ 5 g/Portion)Evidenzniveau: ★★ (Human-RCT – Blutfette, Immunmodulation, Dioxin-/Quecksilberbindung in der Schwangerschaft)Positionierung: direktes β-Glucan-Substrat + Schwermetallchelator + Immunmodulator
🎯 Das Wichtigste in 1 Minute

Was liefert es? Eine einzellige Süßwassergrünalge, die vollständiges Protein, Chlorophyll, β-Glucan und – in einigen Stämmen – biologisch aktives B12 liefert. Sie stärkt die Darmbarriere, ist ein schwacher Binder von Schwermetallen und Dioxinen und wirkt immunmodulierend.

Wie viel? 3–6 g/Tag (etwa 6–12 Tabletten à 500 mg) – wählen Sie ein GEPRÜFTES, zellwandaufgeschlossenes Produkt (broken cell wall / cracked cell wall) – nicht aufgeschlossene Chlorella wird kaum aufgenommen (Zellwand aus Cellulose und Sporopollenin).

Wann meiden? Bekannte Chlorella-Allergie (Pseudoausbruch auf Hawaii in den 1980er Jahren – photosensitive Hautreaktionen), aktiver Autoimmunschub, schwere Immunsuppression, Antikoagulanzientherapie bei hoch dosierter Supplementierung.

📜 Historischer Überblick

Chlorella wurde 1890 vom niederländischen Mikrobiologen Martinus Beijerinck entdeckt und benannt – aus einer Kombination des griechischen "chloros" (grün) und des lateinischen "ella" (klein). Sie war der erste einzellige Mikroorganismus, der unter Laborbedingungen erfolgreich in Reinkultur gezüchtet wurde. Im Proteinhunger der Nachkriegszeit der 1940er–1950er Jahre begann ein ernsthaftes internationales Forschungsprogramm: Das Stanford Research Institute, das Carnegie Institute und das japanische Institute of Microbiology untersuchten sie allesamt als potenzielle Massenproteinquelle für die wachsende Weltbevölkerung. Der japanische Forscher Hiroshi Tamiya veröffentlichte 1957 das erste industrielle Massenkultivierungsprotokoll – Japan ist seither globaler Marktführer bei Chlorella geblieben.

In den 1960er Jahren entwickelten die japanischen Unternehmen Yaeyama Group und Sun Chlorella das Verfahren des Zellwandaufschlusses (DCW – disrupted cell wall), das das grundlegende Bioverfügbarkeitsproblem der Chlorella löste: Die dicke Zellwand aus Cellulose und Sporopollenin war für den Menschen praktisch unverdaulich. In den 1980er Jahren wurde auf Hawaii aufgrund eines Herstellungsfehlers bei Sun Chlorella eine Häufung photosensitiver Hautreaktionen gemeldet – daher stammt der Begriff "Chlorella-Dermatitis", der bei modernen, kontrollierten Produkten praktisch verschwunden ist. Ab den 2000er Jahren wuchs im Japan nach Fukushima das Interesse an Chlorella als Cäsium- und Quecksilberbinder rasch, während die Studie von Nakano (2010) eine verringerte Übertragung von Schwermetallen in der Schwangerschaft dokumentierte.

Wissenschaftlicher Hintergrund

Chlorella ist eine einzellige, rundliche Süßwassergrünalge (3–8 μm), deren grundlegendes Verdaulichkeitsproblem die Zellwand aus Cellulose und Sporopollenin ist – in nicht aufgeschlossener Form kann das menschliche Verdauungssystem fast nichts daraus gewinnen. Daher ist das zellwandaufgeschlossene Produkt (broken cell wall, BCW; cracked cell wall, CCW; mikronisiert) zwingend – das muss auf dem Etikett stehen. [2189] Nicht aufgeschlossene Chlorella wird weitgehend unverändert ausgeschieden.

Der Chlorophyllgehalt (2–5%) gehört zu den höchsten aller pflanzlichen Lebensmittel. Chlorophyll ist nach In-vitro-Daten antimutagen und senkt im Dickdarm das kolorektale Risiko, indem es aus Häm stammende Prooxidanzien bindet. CGF (Chlorella Growth Factor) ist eine Nukleotid-Peptid-Polysaccharid-Matrix, die die Zellreplikation stimuliert – das ist die molekulare Grundlage der traditionellen "regenerativen" Wirkung, auch wenn die Humanevidenz begrenzt ist. [2183] [2188]

Schwermetall- und Dioxinbindung: Japanische RCTs von Uchikawa (2010) und Nakano (2010) dokumentierten bei einer Chlorellaeinnahme während der Schwangerschaft eine mäßige Senkung der Dioxin- und PCB-Werte in der Muttermilch. [2184] Für die Quecksilberbindung sind Tierversuche und kleine Humandaten unterstützend, doch die Evidenz ist nicht belastbar. [2185] Der vermutete Mechanismus ist die Kombination aus Chlorophyll, Zellwandcellulose und CGF.

B12-Frage: Anders als Spirulina enthalten einige Chlorella-Stämme biologisch aktives B12 (Watanabe 2002, Merchant 2015). [2186] [2187] [2190] Bestimmte japanische Stämme von Chlorella pyrenoidosa werden gezielt darauf selektiert – eine Portion von 9 g/Tag kann bis zu 60–100 μg aktives B12 liefern. Wichtig: Nicht jedes Chlorellaprodukt ist eine aktive B12-Quelle – das muss auf dem Etikett stehen und sollte bei veganen Konsumierenden idealerweise mit einer Serumbestimmung von MMA/Holo-TC nachverfolgt werden.

Auf Mikrobiomebene sind die Zellwandfragmente aus β-1,3-Glucan + Cellulose fermentierbare Substrate im Dickdarm – Humandaten zeigen erhöhte Anteile von Bifidobacterium und Lactobacillus. Die Abbauprodukte des Chlorophylls (Phäophytin, Phäophorbid) haben antioxidative Aktivität.

✅ Gut kombinierbar mit
  • + Vitamin C (Zitrone, Paprika, Kiwi): verbessert die Bioverfügbarkeit des aus Chlorophyll stammenden Eisens und die Stabilität der Carotinoide.
  • + Gesundem Fett (Avocado, Olive, Fischöl): Die Aufnahme fettlöslicher Carotinoide (Lutein, Zeaxanthin, β-Carotin) steigt um ein Vielfaches.
  • + Ballaststoffreicher Matrix (Leinsamen, Hafer, Hülsenfrüchte): Das β-Glucan der Chlorella + lösliche Ballaststoffe erzeugen gemeinsam eine stärkere SCFA-Produktion.
  • + Lebendkulturen (Joghurt, Kefir, Kombucha): synbiotische Wirkung – die Polysaccharide der Chlorella wirken präbiotikaartig.
  • + Polyphenolquellen (grüner Tee, Kakao, Beeren): kombinierte antioxidative Wirkung, Chlorophyllstabilisierung.
  • + Schwermetallexposition (berufliches Risiko, Fischverzehr): Die Matrix aus Chlorophyll + Zellwandcellulose kann Chelate bilden – ergänzend, KEIN Ersatz.
🚫 Nicht kombinieren mit
  • Warfarin: Chlorella hat einen erheblichen Vitamin-K-Gehalt (1 g ≈ 30–50 μg K1) – kann INR-Störungen verursachen. Entweder gleichmäßige tägliche Zufuhr oder Verzicht, mit INR-Überwachung.
  • Immunsuppressiva (Ciclosporin, Tacrolimus, Biologika): Chlorella ist immunstimulierend (β-Glucan, CGF) – ein Autoimmunschub und eine Verringerung der Therapiewirkung sind möglich.
  • Photosensibilisierenden Arzneimitteln (Tetracyclin, Fluorchinolon, Retinoide, Amiodaron): Der Phäophorbidgehalt der Chlorella kann die Lichtempfindlichkeit verstärken – additives Risiko für Hautreaktionen.
  • Eisenergänzung: zeitlicher Abstand von ≥ 2 Stunden (Chlorophyll-Chelatbildung).
  • Leerem Magen + hoher Dosis (≥ 6 g) beim ersten Mal: Übelkeit und Bauchbeschwerden sind möglich.
  • Zu heißen Getränken (≥ 80 °C): Chlorophyll und B12 werden abgebaut.
⚠️ Wann zu meiden – krankheitsspezifisch
  • Aktiver Schub einer Autoimmunerkrankung: wegen der immunstimulierenden Wirkung – ärztliche Rücksprache erforderlich, in Remission vorsichtige Einführung.
  • Schwere Immunsuppression (nach Transplantation, neutropene Phase einer Chemotherapie): Die β-Glucan-Immunmodulation ist zu meiden.
  • Warfarintherapie: hoher Vitamin-K-Gehalt – INR-Überwachung oder Verzicht.
  • Bekannte Algenallergie, frühere "Chlorella-Dermatitis": meiden.
  • Gicht, hoher Harnsäurespiegel: Der hohe Protein- und Puringehalt kann einen Schub provozieren – mit einer niedrigen Dosis versuchen oder meiden.
  • Nierenerkrankung (chronisch, GFR < 60): wegen der Proteinlast und des Kaliumgehalts ärztliche Rücksprache.
  • Schwangerschaft und Stillzeit: Auf Grundlage des RCT von Nakano erscheint eine maßvolle Dosis (3–6 g/Tag) aus geprüfter Quelle akzeptabel, doch hohe Dosen sind zu meiden – stimmen Sie sich mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
  • Neigung zu Lichtempfindlichkeit: Vorsicht – mit einer niedrigen Dosis beginnen, auf Hautreaktionen achten.
  • 2 Wochen vor einer Operation: wegen des Vitamin-K-Gehalts und der schwachen thrombozytenhemmenden Aktivität absetzen.
❌ Mythen und ihre Widerlegung

"Chlorella entgiftet den Körper." Teilweise wahr, teilweise übertrieben. Für eine mäßige Bindung von Dioxinen, PCB und (schwächer) Quecksilber gibt es echte Evidenz – besonders bei chronischer, beruflicher Exposition. ABER "Detox" als allgemeiner Marketingbegriff (Zucker, Alkohol, "Giftstoffe") ist unbegründet. Die Entgiftung leistet die Leber-Nieren-Achse – Chlorella ist eine ergänzende Unterstützung, kein Wunder.

"Chlorella und Spirulina sind dasselbe." Zwei völlig verschiedene Organismen. Spirulina ist ein Cyanobakterium (Prokaryot, dünne Peptidoglykanwand, enthält KEIN aktives B12); Chlorella ist eine eukaryotische Grünalge (dicke Cellulosewand, EINIGE Stämme enthalten aktives B12). Aminosäureprofil, Pigmentgehalt und Mikrobiomwirkungen unterscheiden sich.

"Nicht aufgeschlossene Chlorella (ganze Zelle) ist besser, weil sie natürlich ist." Gefährlicher Mythos. Die Zellwand nicht aufgeschlossener Chlorella ist für den Menschen praktisch unverdaulich – die meisten Nährstoffe werden unverändert ausgeschieden. Der Zellwandaufschluss (BCW/CCW/Mikronisierung) ist ein mechanisches, kein chemisches Verfahren – er verringert die Bioverfügbarkeit nicht, sondern vervielfacht sie. Wählen Sie immer die aufgeschlossene Form.

"Chlorella löst den B12-Bedarf jedes Veganers." Nur teilweise wahr. Bestimmte Stämme von Chlorella pyrenoidosa (japanisch, gezielt darauf selektiert) enthalten nachweislich aktives B12 – 9 g/Tag bis zu 60–100 μg. Doch NICHT JEDES Chlorellaprodukt ist es – das muss auf dem Etikett überprüft werden. Als Veganerin oder Veganer gibt eine Serumbestimmung von MMA oder Holo-TC eine endgültige Antwort darauf, ob es ausreicht.

"Chlorella hebt die Chemotherapiewirkung auf, weil sie ein Antioxidans ist." Teilweise wahr, teilweise Mythos. Einige Chemotherapeutika (besonders Platinverbindungen) nutzen oxidativen Stress – hoch dosierte Antioxidanzien würden die Wirkung beeinträchtigen. ABER Chlorella in normalen Ernährungsmengen hat keine solche Wirkung. Konsultieren Sie während einer onkologischen Therapie immer die Onkologin oder den Onkologen.

"Wegen des Ausbruchs auf Hawaii ist Chlorella gefährlich." Ein historischer Mythos. Die Häufung photosensitiver Hautreaktionen auf Hawaii in den 1980er Jahren war mit einem bestimmten Hersteller und einem Produktionsfehler (Phäophorbid-Kontamination) verbunden. Die moderne, kontrollierte Produktion (japanische, europäische, koreanische Hersteller) hat das gelöst – seit den 2000er Jahren ist das Sicherheitsprofil sehr günstig.

🍳 Küchenprotokoll

Tagesportion: 3–6 g/Tag zellwandaufgeschlossenes Pulver oder 6–12 Tabletten à 500 mg. Beginnen Sie mit 1–2 g, steigern Sie nach 1 Woche.

Zubereitungsmuster:

  1. Smoothie: 2–3 g Pulver + 1 Banane + 1 Handvoll Spinat + 200 ml Pflanzenmilch + 1 EL Mandelmus + Zitronenschale – mixen.
  2. Salatstreuung: 1–2 g Pulver über frischen Salat, Koriander-Petersilien-Mischung – mit zitronigem Olivendressing.
  3. Tablette: zu einer Mahlzeit, 4–6 morgens, 4–6 abends – die Kapselform vermeidet den intensiven "grasigen" Geschmack des Pulvers.
  4. Bowl-Streuung: auf Misosuppe, Ramen oder Poke Bowl, 1 g – japanische Tradition.

Lagerung: luftdicht, in dunklem Glas, kühl – Chlorophyll und B12 sind licht- und hitzeempfindlich. Innerhalb von 6 Monaten nach dem Öffnen zu verbrauchen.

Was Sie vermeiden sollten: Nicht kochen (≥ 60 °C zerstören B12 und mindern die Chlorophyllstabilität). Keine nicht aufgeschlossene Chlorella (ganze Zellwand) kaufen. Nicht mit Spirulina gleichsetzen.

Literatur

[2183] Merchant RE et al. Nutritional supplementation with Chlorella pyrenoidosa for patients with fibromyalgia syndrome: a double-blind, placebo-controlled, crossover trial. Phytother Res. . 2000. Link

Das Fibromyalgiesyndrom ist eine häufige, chronische Erkrankung des Bewegungsapparats unbekannter Ätiologie. Während die verfügbare Therapie oft enttäuschend ist, kann den meisten Patienten mit einer Kombination aus Medikation, Bewegung und Einhaltung eines regelmäßigen Schlafrhythmus geholfen werden. Ziel der vorliegenden Studie war es festzustellen, ob die Ergänzung mit Nahrungssupplementen aus der einzelligen Grünalge Chlorella pyrenoidosa zu Verbesserungen des klinischen und funktionellen Status bei Patienten mit mäßig schweren Symptomen eines Fibromyalgiesyndroms führt. Geeignete Patienten wiesen an 11 oder mehr von 18 definierten Druckpunkten eine palpable Druckschmerzhaftigkeit von 2+ auf und hatten einen Tender-Point-Index (TPI) von mindestens 22. Über 2 Monate hinweg nahmen die Teilnehmenden täglich zwei kommerziell erhältliche Chlorella-basierte Produkte zu sich, 10 g 'Sun Chlorella'-Tabletten und 100 ml flüssiges 'Wakasa Gold'. Jegliche Besserung der Symptome wurde mittels halbobjektiver und subjektiver Zielgrößen validiert und quantifiziert, die systematisch bei Klinikbesuchen an den Tagen 0, 30 und 60 der Diättherapie erhoben wurden.

[2184] Nakano S et al. Chlorella pyrenoidosa supplementation reduces the risk of anemia, proteinuria and edema in pregnant women. Plant Foods Hum Nutr. . 2010. Link

Schwangerschaftsanämie und schwangerschaftsinduzierte Hypertonie (PIH) sind häufige und potenziell gefährliche Störungen in der menschlichen Schwangerschaft, wobei der Ernährungszustand der Schwangeren eine der Hauptursachen ist. Chlorella enthält große Mengen an Folat, Vitamin B-12 und Eisen und kann zur Besserung von Anämie und hypertensiver Störung beitragen. Unser Ziel war es, die präventiven Wirkungen einer Chlorella-Supplementierung auf Schwangerschaftsanämie und PIH bei japanischen Schwangeren zu untersuchen. Insgesamt 70 Schwangere wurden der Kontrollgruppe (n = 38) oder der Chlorella-Gruppe (n = 32) zugeteilt. Die Probandinnen der Chlorella-Gruppe erhielten von der 12.-18. Schwangerschaftswoche bis zur Entbindung täglich 6 g Chlorella-Supplement. Der Anteil anämischer Probandinnen (Hämoglobinspiegel < 11 g/dl) war in der Chlorella-Gruppe im zweiten und dritten Trimenon signifikant niedriger als in der Kontrollgruppe.

[2185] Uchikawa T et al. The enhanced elimination of tissue methylmercury in Parachlorella beijerinckii–fed mice. J Toxicol Sci. . 2010. Link

Um den Einfluss von Chlorella (Parachlorella beijerinckii) auf die Ausscheidung und die Gewebeakkumulation von Methylquecksilber (MeHg) zu untersuchen, verabreichten wir weiblichen C57BL/6N-Mäusen (Alter 10 Wochen) oral 5 mg/kg MeHg-Chlorid (4 mg Hg/kg). Die Mäuse wurden in Stoffwechselkäfigen gehalten, um über 3 Wochen Urin und Kot zu sammeln, mit Diäten, die 0%, 5% oder 10% P.-beijerinckii-Pulver (BP) in einer Basisdiät (CE-2) enthielten. Die abgesenkten Hg-Blutspiegel in den Gruppen mit 5% und 10% BP wurden bereits ab Tag 7 signifikant im Vergleich zu denen der Kontrollgruppe (0% BP). Während der 21 Testtage fanden sich in den BP-Gruppen signifikante Zunahmen der kumulativen Hg-Ausscheidung in den Urin (5% BP) und in den Kot (5% und 10% BP). Einundzwanzig Tage nach der Verabreichung zeigten die Hg-Spiegel in den Organen beider BP-Gruppen im Vergleich zur Kontrollgruppe eine abnehmende Tendenz. Die Reduktion der Hg-Spiegel in Niere und Gehirn war signifikant, die in der Leber hingegen nicht.

[2186] Watanabe F et al. Characterization of a vitamin B12 compound from edible cyanobacteria and microalgae. J Agric Food Chem. . 2002. Link

Wissenschaftlicher Artikel zur Charakterisierung einer Vitamin-B12-Verbindung aus essbaren Cyanobakterien und Mikroalgen.

[2187] Bito T et al. Bioactive compounds of edible purple laver Porphyra sp. (Nori). J Agric Food Chem. . 2017. Link

Porphyra sp. (Nori) wird als wichtige marine Nutzpflanze weithin kultiviert. Getrocknetes Nori enthält zahlreiche Nährstoffe, darunter Vitamin B12, das einzige Vitamin, das in pflanzlichen Nahrungsquellen fehlt. Vegetarische Ernährungsweisen sind arm an Eisen und Vitamin B12; ein Mangel an beidem verursacht eine schwere Anämie. Nori enthält im Vergleich zu anderen pflanzlichen Lebensmitteln zudem große Mengen an Eisen sowie Eicosapentaensäure, eine wichtige, in Fischölen vorkommende Fettsäure. In Nori finden sich außerdem viele bioaktive Verbindungen, die verschiedene pharmakologische Aktivitäten aufweisen, etwa immunmodulierende, antikanzerogene, antihyperlipidämische und antioxidative Wirkungen, was darauf hinweist, dass der Verzehr von Nori der menschlichen Gesundheit zuträglich ist. Allerdings enthält Porphyra sp. toxische Metalle (Arsen und Cadmium) und/oder Amphipoden-Allergene, deren Gehalte zwischen den Nori-Produkten erheblich schwanken.

[2188] Panahi Y et al. Investigation of the effects of Chlorella vulgaris as an adjunctive therapy for dyslipidemia: results of a randomized open-label clinical trial. Nutr Diet. . 2012. Link

Randomisierte, offene klinische Studie zur Untersuchung von Chlorella vulgaris als adjuvante Therapie bei Dyslipidämie.

[2189] EFSA. Safety of Chlorella vulgaris as a novel food. EFSA Journal 2017. . 2017.

Wissenschaftliches Gutachten der EFSA zur Sicherheit von Chlorella vulgaris als neuartiges Lebensmittel (Novel Food).

[2190] Bito T et al. Potential of Chlorella as a dietary source of vitamin B12. Nutrients. . 2020. Link

Studie (Nutrients) zum Potenzial von Chlorella als Vitamin-B12-Quelle in der Ernährung.

Autoren:
PG
Dr. Patay Gábor
Arzt, Mikrobiota-Spezialist
BA
Dr. Bezzegh Attila
ärztlicher Direktor, klinischer Mikrobiologe
AM
Dra. Anna Munar
Ärztin, Exposom-Spezialistin
MicroBiome Bank — medizinisch geprüfte Fachinhalte. Letzte Aktualisierung: 2026.