XXIII.4.

4. Kontraindikationsmatrix

Klinische Risikosicht – Lebensmittel gereiht über acht Kategorien: FODMAP, Histamin, Oxalat, Purin, Jod, Quecksilber, Antikoagulans, Schwangerschaft.

Funktion: klinischer Risiko-QuerindexZiel: Anpassung an den individuellen Patienten, Arzneimittelinteraktion, LebensmittelsicherheitNotation: 🔴 absolut / 🟠 hoch / 🟡 mäßigQuelle: EFSA, FDA, EMA, Monash, peer-reviewte RCTs
🎯 Wozu dient dieser Anhang?

Über die 196 Kapitel des Buches Food Sources v1.5 hinweg sind Kontraindikationen und Risiken verstreut. Dieser Anhang fasst in einer einzigen Sicht die klinisch relevanten Risiken zusammen, gruppiert nach acht Kriterien. Eine Ernährungsfachkraft, ein Kliniker oder ein Planer der Spenderernährung erhält so eine schnelle Entscheidungsunterstützung für das Screening einzelner Patienten.

Die Matrix enthält nur jene Lebensmittel, bei denen das Risiko klinisch relevant ist – also nicht bloß theoretisch, sondern auf Grundlage einer offiziellen Regulierungsbehörde (EFSA / FDA / EMA / Monash / WHO) oder eines peer-reviewten RCT ein Management erfordert.

📊 Notationssystem
NotationBedeutung
🔴Absolute Kontraindikation – in der jeweiligen klinischen Gruppe verboten (z. B. Schwangerschaft + Muskatnuss, MAO-Hemmer + tyraminhaltiger Käse)
🟠Hohes Risiko – bei der jeweiligen Erkrankung zu meiden, darf nur unter ärztlicher Aufsicht verwendet werden
🟡Mäßiges Risiko – Kontrolle, Dosistitration oder Monitoring erforderlich

Die Notation gilt für den klinischen Zustand, nicht für den durchschnittlichen gesunden Verbraucher. Die gesunde Bevölkerung kann die meisten Einträge bedenkenlos verzehren.

1. FODMAP-Empfindlichkeit (IBS, SIBO)

Klinische Relevanz: 50–75% der IBS-Patienten zeigen bei FODMAP-reichen Lebensmitteln eine symptomatische Verschlechterung (Evidenzbasis der Monash University). Während der Low-FODMAP-Eliminationsphase (4–6 Wochen) sind die folgenden zu meiden und können danach in der Wiedereinführungsphase getestet werden.

🟠 – Hoher FODMAP-Gehalt (Monash rot) – während der Eliminationsphase meiden:

KapitelRisiko
I.1 ArtischockeFruktandominiert (klassisch rot)
I.3 SpargelFruktan + Raffinose
I.4 ZichorieInulin
I.5 ZwiebelFruktankonzentrat
I.6 KnoblauchFruktankonzentrat
I.7 LauchFruktan
I.14 TopinamburInulin (eine der höchsten natürlichen Quellen)
II.1 LinseGOS + Raffinose
II.2 KichererbseGOS + Raffinose
II.3 BohneGOS + Raffinose
IV.2 BirneFruktose + Sorbit
IV.19 Frische FeigeViel Fruktose
IV.21 PersimoneViel Fruktose
IV.23 WassermeloneFruktose + Polyol
V.1 TrockenpflaumeSorbit + Fruktose
V.2 DattelViel Fruktose + Glukose
V.3 RosineFruktosekonzentrat
V.4 HonigFruktosekonzentrat
VII.3 RoggenFruktan (Sauerteig verringert es deutlich)
VII.4 WeizenFruktan
XIII.4 AgaveninulinVerzweigtes Fruktan

🟡 – Mäßiger FODMAP-Gehalt (gelb / titrierbar):

KapitelHinweis
I.17 KohlMannitfraktion (50–75 g grün, größere Mengen rot)
IV.1 ApfelFruktose (bis zu einer mäßigen Portion grün)
IV.8 MangoFruktose (40–50 g grün)
IV.20 AnanasFruktan (Portionen über 200 g rot)
VII.16 SauerteigbrotLange Sauerteigführung verringert es – kleine Portionen grün
XV.28 KombuchaKohlenhydrate (Portionen über 180 ml rot)
2. Histaminintoleranz / DAO-Mangel

Klinische Relevanz: Bei DAO-defizienten Patienten oder unter MAO-Hemmern können histaminreiche Lebensmittel oder Histaminliberatoren Kopfschmerzen, Urtikaria, Gesichtsrötung sowie eine Hypotonie-/Hypertoniereaktion auslösen. Erhöhte Aufmerksamkeit während einer antidepressiven Behandlung.

🔴 – Absolute Kontraindikation während einer Behandlung mit MAO-Hemmern (Phenelzin, Tranylcypromin, Moclobemid, Selegilin):

KapitelRisiko
IX.3 Gereifter KäseViel Tyramin (Cheddar, Blauschimmel, Parmesan: > 1000 mg/kg) – hypertensive Krise
VIII.5 NattoViel Tyramin + biogene Amine aus Bacillus
XII.7 Thunfisch (schlecht gekühlt)Klassische Scombroid-Histaminvergiftung
XII.10 Makrele (schlecht gekühlt)Scombroid-Histamin klassisch
XXI.2 Bierhefe (aktiv)"Käseeffekt" – Tyraminanreicherung

🟠 – Viel Histamin / Histaminliberator:

KapitelRisiko
VIII.1 SauerkrautGereiftes Ferment – viel Histamin
VIII.2 SalzgurkeGereiftes LAB-Ferment
VIII.3 KimchiGereiftes Ferment + Gewürzbelastung
VIII.4 MisoLange Reifung – freie Aminosäuren
VIII.6 TempehRhizopus-Fermentation
VIII.8 Fermentiertes MischgemüseLAB-Fermentation
VIII.9 TafelolivenFassferment nach griechischer Art
I.10 TomateKlassischer Histaminliberator + enthält Histamin
IV.9 ErdbeereHistaminliberator (anaphylaktoidartige Reaktionen)
IV.20 AnanasBromelain als Histaminliberator
XII.5 HeringScombroidpotenzial (fetter Fisch)
XII.8 LachsScombroidpotenzial
XII.13 AalFetter Fisch – Histaminanreicherung
XV.28 KombuchaHefeferment, biogene Amine
XVIII.1 Gelée royaleAnaphylaxierisiko (asthmatisch-pollenallergisch)
XVIII.3 BlütenpollenDokumentierte Anaphylaxiefälle

🟡 – Mäßig (fallabhängige Kontrolle):

KapitelHinweis
IV.10 HimbeereMäßiger Liberator – mäßige Portionen in Ordnung
VIII.10 ApfelessigEssigsäure-Acetat-vermittelt, kleine Portion in Ordnung
XVIII.2 PropolisKontaktdermatitis, systemische Reaktion selten
3. Oxalatempfindlichkeit (Nierensteinneigung, Hyperoxalurie)

Klinische Relevanz: Für Patienten mit Neigung zu Calciumoxalat-Nierensteinen wird eine Einschränkung oxalatreicher Lebensmittel empfohlen. Hyperoxalurie + niedriges Urincalcium + Morbus Crohn stellen ein extremes Risiko dar.

🟠 – Hoher Oxalatgehalt (≥ 100 mg / 100 g):

KapitelRisiko
I.18 SpinatKlassisches oxalatreiches Blattgrün (≈ 970 mg/100 g)
I.11 Rote BeteHoch (≈ 670 mg/100 g)
III.6 ChiasamenHoch (≈ 800 mg/100 g)
III.8 SesamsamenHoch (≈ 480 mg/100 g) + in Tahiniform konzentrierter
III.2 MandelHoch (≈ 470 mg/100 g)
VII.12 AmarantKlassisches Pseudogetreideoxalat
VII.10 BuchweizenMäßig bis hoch
XV.1 KurkumaMäßig bis hoch (≈ 1900 mg/100 g Pulver, doch die Tagesdosen sind klein)

🟡 – Mäßiges Oxalat (Kontrolle für Nierensteinanfällige empfohlen):

KapitelHinweis
III.1 WalnussMäßig (≈ 75 mg/100 g)
III.7 LeinsamenMäßig (≈ 250 mg/100 g)
III.9 ErdmandelMäßig
IV.3 KiwiCalciumoxalat-Mikrokristalle in den Kernen
IV.13 Schwarze ApfelbeereMäßig
VII.9 QuinoaEinweichen verringert es
VII.6 SorghumMäßig
4. Purin (Gicht, Hyperurikämie)

Klinische Relevanz: Ein Gichtanfall kann durch Purinzufuhr ausgelöst werden. Für hyperurikämische Patienten ist ein Maßhalten bei purinreichen Lebensmitteln klinisch gerechtfertigt (Choi 2004 NEJM + ACR-Leitlinie 2020).

🟠 – Hoher Puringehalt (> 200 mg / 100 g):

KapitelRisiko
XII.6 Sardine300–500 mg/100 g – einer der höchsten
XII.5 HeringHoch
XII.7 ThunfischHoch (~ 290 mg/100 g)
XII.10 MakreleHoch
XII.1 Fette Meeresfische (allgemein)Hoch (Sardelle, Sprotte)
XII.2 Muschel / AusterHoch (Muscheln klassischerweise)
VI.1 ShiitakeHoch (~ 380 mg/100 g getrocknet)
VI.6 AusternseitlingHoch
VI.5 ReishiHoch (in Extrakten)
XXI.1 Nährhefe~ 150–200 mg/2 EL (für Gichtpatienten belastend)
XXI.2 Bierhefe300–500 mg/100 g – hoch

🟡 – Mäßiger Puringehalt (mäßiger Verzehr empfohlen):

KapitelHinweis
II.1 LinseKlassisches Hülsenfruchtpurin
II.2 KichererbseHülsenfruchtpurin
II.3 BohneHülsenfruchtpurin
XII.4 RegenbogenforelleMäßig
XII.8 LachsMäßig
XII.3 TintenfischMäßig
I.3 SpargelMäßig
I.9 BlumenkohlMäßig (klassisches "Gichtgemüse")
VI.2 ZuchtchampignonMäßig
5. Jod (Schilddrüsenerkrankung, Hashimoto, Basedow)

Klinische Relevanz: Bei Patienten mit Hashimoto-Thyreoiditis, Morbus Basedow, autoimmuner Thyreoiditis und mit L-Thyroxin behandelter Hypothyreose kann eine hohe Jodzufuhr die Einstellung verschlechtern. EFSA-UL für Erwachsene = 600 µg/Tag.

🔴 – Absolut zu meiden (extreme Jodbelastung):

KapitelRisiko
XIV.1 Braunalgen (Kombu)1500–2500 µg/g – eine einzige Portion von 5 g = 7 500–12 500 µg = das 12- bis 21-Fache des täglichen UL
XIV.6 Hijiki300–600 µg/g + anorganisches Arsen (doppeltes Risiko)

🟠 – Hoher Jodgehalt (kontrollierte Dosierung):

KapitelRisiko
XIV.5 Dulse50–150 µg/g (5 g = 250–750 µg)
XIV.7 Irisch Moos50–90 µg/g

🟡 – Mäßiger Jodgehalt (zu überwachen):

KapitelHinweis
XIV.4 Nori10–40 µg/g (ein Blatt ≈ 30–50 µg, sicherer Bereich)
XII.11 Kabeljau~ 75 µg/100 g (50% des Tagesbedarfs)
XII.12 Plattfisch (Seezunge, Scholle)~ 30 µg/100 g
IX.1 JoghurtMäßig – eine bedeutende europäische Jodquelle
IX.2 KefirMäßig
6. Quecksilber (Schwangerschaft, Kinder, neurosensibel)

Klinische Relevanz: Methylquecksilber ist für das sich entwickelnde fetale und kindliche Gehirn neurotoxisch. WHO JECFA = 1.6 µg/kg/Woche tolerierbare Zufuhr. Die FDA-"Choices to Avoid" sind in der Schwangerschaft verboten.

🔴 – FDA "Choices to Avoid" – in Schwangerschaft + Kindesalter verboten:

KapitelQuecksilber
XII.7 Thunfisch (Roter Thun)0.89–1.5 mg/kg
XII.7 Thunfisch (Großaugenthun)0.69 mg/kg
XII.10 Königsmakrele (≠ Atlantische!)~ 0.7 mg/kg

🟠 – Hoher Quecksilbergehalt (in der Schwangerschaft höchstens 1 Portion pro Woche):

KapitelQuecksilber
XII.7 Thunfisch (Weißer Thun, "white")0.35 mg/kg
XII.7 Thunfisch (Gelbflossenthun frisch)0.35 mg/kg
XII.12 Plattfisch (Atlantischer Heilbutt)0.2–0.4 mg/kg
XII.13 AalMäßig bis hoch (abhängig von der Süßwasserquelle)

🟡 – Mäßiger Quecksilbergehalt (Monitoring lohnt sich):

KapitelHinweis
XII.12 Schwarzer HeilbuttMäßig

FDA "Best Choices" – auch in der Schwangerschaft sicher (2- bis 3-mal pro Woche): Echter Bonito ("light tuna"), Forelle, Hering, Sardine, Lachs, Kabeljau, Seezunge, Scholle, Muschel, Auster.

7. Antikoagulanzieninteraktion (Warfarin, DOAK, Thrombozytenaggregationshemmer)

Klinische Relevanz: Vitamin-K-haltiges Gemüse verursacht unter Warfarin eine INR-Störung (eine gleichbleibende Zufuhr wird empfohlen, keine plötzliche Änderung). Blutungsfördernde Phytochemikalien stellen neben jeder gerinnungshemmenden / thrombozytenaggregationshemmenden Behandlung ein Risiko dar (Warfarin, DOAK: Apixaban, Rivaroxaban, Dabigatran; ASS, Clopidogrel).

🔴 – Absolute Kontraindikation unter Warfarin:

KapitelRisiko
VIII.5 NattoMK-7 (775–1000 µg/100 g) – eine einzige Portion stört die INR tagelang

🔴 – Absolute Kontraindikation neben CYP3A4-Substrat-Arzneimitteln (bestimmte Statine, Calciumkanalblocker, Ciclosporin):

KapitelRisiko
IV.6 Zitrusfrüchte (Grapefruit, Blutorange)Furanocumarin-CYP3A4-Hemmung – Anstieg der Plasmaspiegel

🟠 – Hoher Vitamin-K-Gehalt (Warfarin: gleichbleibende Zufuhr zwingend, nicht plötzlich):

KapitelHinweis
I.18 SpinatKlassisch K-reich (≈ 480 µg/100 g)
I.17 KohlViel K
I.8 Kreuzblütler (Brokkoli, Grünkohl)Viel K
VIII.1 SauerkrautViel K + die Fermentation kann es erhöhen
X.1 Grüner Tee / MatchaVitamin K (Matcha konzentrierter)

🟠 – Blutungsfördernde / thrombozytenaggregationshemmende Wirkung in hohen Dosen:

KapitelMechanismus
I.6 KnoblauchAllicin thrombozytenaggregationshemmend (≥ 4 g/Tag)
XV.2 Ingwer≥ 4 g/Tag thrombozytenaggregationshemmend + COX-1-Hemmung
XV.7 GewürznelkeEugenol hemmt die Thrombozytenaggregation
XV.6 ChiliCapsaicin in hohen Dosen antithrombotisch
XV.4 Schwarzer PfefferPiperin-CYP3A4-Hemmung (Anstieg der Wirkstoffspiegel)
XV.5 MeerrettichAITC leicht blutungsfördernd
III.6 Chiasamen, III.7 LeinsamenALA → gerinnungshemmende Omega-3-Wirkung
XII.1–XII.13 FischGerinnungshemmende Omega-3-Wirkung (≥ 3 g/Tag als Präparat)

🟡 – Mäßig (2 Wochen vor einer Operation absetzen):

KapitelHinweis
XV.1 KurkumaHochdosiertes Präparat
XV.19 RosmarinHochdosiertes Präparat
IV.4 GranatapfelMilde CYP3A4-Hemmung + Ellagsäure thrombozytenaggregationshemmend
X.11 HagebuttenteeViel Vitamin C in einem gerinnungshemmenden Kontext
8. Schwangerschaft und Stillzeit

Klinische Relevanz: In der Schwangerschaft besteht ein erhöhtes Risiko für Listeria monocytogenes (Rohmilch, kaltgeräucherter Fisch), Salmonellen (rohes Ei, Sprossen), Retinol-A-Hypervitaminose (teratogen > 3 mg/Tag), hochdosierte ätherische Öle (uteroton), Quecksilber und Arsen (fetale Neurotoxizität).

🔴 – In der Schwangerschaft absolut verboten:

KapitelRisiko
XIV.6 HijikiAnreicherung anorganischen Arsens (IARC 1)
XII.7 Thunfisch (Roter Thun/Großaugenthun)Quecksilber
XII.10 KönigsmakreleQuecksilber
IX.3 Gereifter Käse (aus Rohmilch: Roquefort, Rohmilch-Brie, Munster)Listeria monocytogenes
XV.14 Sternanis (japanisch: Illicium anisatum)Anisatin-Krampfanfälle
XV.26 Muskatnuss (hohe Dosis)Myristicin teratogen
XIX.2 AlfalfasprossenAuslösung eines SLE-Syndroms + Salmonellen
XVIII.3 BlütenpollenAllergen + Botulismussporen (auch für Säuglinge verboten)

🟠 – Zu meiden oder nur unter ärztlicher Aufsicht:

KapitelRisiko
XII.13 AalRetinol A ≥ 1000 µg/100 g + hoher Fettgehalt
XII.11 Lebertran (hohe Dosis)Retinol A teratogen ≥ 3 mg/Tag
VIII.5 NattoViel MK-7 + Bacillus-Sporen
XV.20 SalbeiThujon uteroton + hohe Dosis
XV.19 Rosmarin (hohe Dosis)Uteroton + Campher
XV.13 Anis (hohe Dosis)Estragol genotoxisch
XV.12 Fenchel (hohe Dosis)Estragol genotoxisch
XV.22 Basilikum (hohe Dosis)Estragol genotoxisch
XVII.1 Hühnerei (roh)Salmonellen
XVII.4 Enten- / Gänseei (roh)Salmonellen (Wassergeflügel: höhere Rate)
XII.12 Plattfisch (kaltgeräuchert)Listerien
XII.9 Fischrogen (unpasteurisiert)Listerien
XIX.3, XIX.5 Sprossen (roh)Salmonellen / STEC
XVIII.1 Gelée royaleAnaphylaxierisiko

🟡 – Mäßig (mäßiger Verzehr unter ärztlicher Aufsicht in Ordnung):

KapitelHinweis
XII.7 Thunfisch (Echter Bonito, "light")1 Portion pro Woche ist sicher
XIV.1 Kombu (gründlich gegart)Einweichen + Garen verringern das Jod
XV.1 Kurkuma (kulinarische Menge)Hochdosiertes Präparat nicht ratsam
V.4 Honig (Säugling unter 1 Jahr: verboten)Botulismussporen
🔍 Wie ist die Matrix zu verwenden?

Patientenscreening: Prüfen Sie vor einem neuen Spender oder Patienten die klinische Diagnose und entfernen Sie jene Kapitel aus der Liste, deren Vermeidung der jeweilige Zustand ratsam macht. Reihen Sie die verbleibenden Lebensmittel nach Evidenzniveau (Anhang A).

Arzneimittelinteraktion: Prüfen Sie neben einer Behandlung mit Antikoagulanzien / Thrombozytenaggregationshemmern / MAO-Hemmern / CYP3A4-Substraten stets die Listen 2, 7 und 8.

Schwangerschaft: Jeder 🔴-Eintrag in Liste 8 ist automatisch auszuschließen. 🟠 nur unter ärztlicher Aufsicht.

Pädiatrie: Säugling unter 1 Jahr: Honig (V.4) ist absolut verboten (Botulismussporen). Viel Quecksilber (Liste 3 🔴) ist auch im Kindesalter verboten.

📌 Audithinweis

Die Matrix wurde aus den Kontraindikationsabschnitten der bestehenden 196 Kapitel zusammengestellt. Die Quelle jedes Eintrags ist peer-reviewt (EFSA, FDA, EMA, WHO, Cochrane, Monash University, klassische klinische RCTs). Die Notationsstufe beruht auf der Empfehlung der klinischen Regulierungsbehörde – nicht auf Laienlisten mit "Giftstoffen" und nicht auf allgemeinen "zu meiden"-Warnungen.

Die Matrix ersetzt nicht das individuelle klinische Urteil. Für einen konkreten Patienten muss das gesamte klinische Bild (Komorbidität, Medikamentenliste, Allergieanamnese, Schwangerschaft, Alter) abgewogen werden. Sobald neue Evidenz aktualisiert wird, wird auch die Matrix aktualisiert.


PG
Lebensmittel-Handbuch · Autoren: Dr. Patay Gábor — Arzt, Mikrobiota-Spezialist · Dr. Bezzegh Attila — ärztlicher Direktor, klinischer Mikrobiologe · Dra. Anna Munar — Ärztin, Exposom-Spezialistin
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