XVI.1.
Schritt 1: Non-Response definieren – wann und wie
Eine Non-Response lässt sich nur zum richtigen Zeitpunkt und am Maßstab der jeweiligen Indikation beurteilen; sie zu früh festzustellen ist ein ebenso schwerwiegender Fehler, wie sie zu übersehen.
Eine Non-Response muss am jeweils richtigen Maßstab der Indikation definiert werden. Eine verfrühte Feststellung der Non-Response ist ein klinischer Fehler von ebenso großer Tragweite wie das Übersehen einer tatsächlichen Non-Response. Es gelten die folgenden Definitionen:
| Indikation | Definition der Non-Response und Zeitpunkt |
|---|---|
| rCDI | Anhaltende Diarrhö (Bristol 6–7, ≥3 Episoden/Tag) über Tag 7 nach der Induktion hinaus. Beurteilung am selben Tag. Eine wiederholte FMT ist gängige Praxis. |
| Colitis ulcerosa | Keine klinisch bedeutsame Symptomreduktion in Woche 8. Keine endoskopische Besserung in Woche 12. Ein teilweises Ansprechen in Woche 8 ist KEINE Non-Response – die Konsolidierung wird fortgesetzt. |
| Morbus Crohn | Keine symptomatische Besserung in Woche 12. Deutliche Verschlechterung der Biomarker (CRP, fäkales Calprotectin) nach anfänglicher Stabilisierung. |
| IBS | Keine Gesamtbesserung der Symptome in Woche 12 auf einer validierten Skala (IBS-SSS oder gleichwertig). Hinweis: Schwankungen der Symptome sind zu erwarten – eine Verschlechterung zu einem einzelnen Zeitpunkt ≠ Non-Response. |
| Metabolisches Syndrom | Keine Besserung des primären Stoffwechselmarkers (HbA1c, Nüchternglukose oder Index der Insulinsensitivität) in Woche 24. |
Tabelle 21 – Definitionen der Non-Response und zeitlicher Verlauf des Ansprechens nach Indikation # Diagnostische Schwellenwerte, Mindestbehandlungsdauern und Beurteilungsfenster für jede klinische Indikation.

