XVI.4.
Schritt 4: Optionen der erneuten Behandlung
Bleibt nach der ersten FMT ein Ansprechen aus, stehen mehrere Wege offen – Spenderwechsel, stärkere Induktion, längere Konsolidierung oder eine adjuvante Therapie –, jeweils passend zur Ursache der Non-Response.
| Option der erneuten Behandlung | Indikation / Zeitpunkt / Anmerkungen |
|---|---|
| Spenderwechsel | Angezeigt, wenn die Daten aus Phase 0 auf eine suboptimale Kompatibilität hindeuten. Den Spender mit der höchsten vorhergesagten Komplementarität zum Dysbioseprofil der Empfängerin oder des Empfängers auswählen. Die am besten durch Evidenz gestützte Strategie der erneuten Behandlung. |
| Intensivierte Induktion | Zusätzliche koloskopische FMT oder hochdosierte Kapsel-Aufsättigung (3–5 aufeinanderfolgende Tage). Angezeigt bei ausbleibendem Anwachsen ohne klaren Hinweis auf eine Spenderinkompatibilität. Kann mit einem Spenderwechsel kombiniert werden. |
| Verlängerte Konsolidierung | Phase 2 bei chronisch entzündlichen Erkrankungen um 4–8 Wochen verlängern, bevor eine Non-Response festgestellt wird. Die Evidenz stützt ein dauerabhängiges Ansprechen bei UC und Morbus Crohn. |
| Protokollpause + Exposom-Neustart | 2–4 Wochen Pause mit intensiver Korrektur des Exposoms vor dem Wiederbeginn. Angezeigt, wenn Faktoren der Kategorie C festgestellt wurden. Ermöglicht eine ökologische Stabilisierung vor der erneuten Inokulation. |
| Kombination mit einer Begleittherapie | FMT + Biologikum (IBD), FMT + Ernährungsintervention (metabolisch), FMT + psychologische Intervention (IBS). Die Evidenz für Kombinationen entsteht gerade; mit dem klinischen Team besprechen. |
| Wiederholungszyklen im Heilversuch | Für partielle, aber echte Responder: weitere Protokollzyklen nach einer Pause von 3–6 Monaten. Die Entscheidung stützt sich auf den Gewinn an Lebensqualität, die Entwicklung der Biomarker und die Präferenz der Patientin oder des Patienten. |
Tabelle 22 – Optionen der erneuten Behandlung nach Non-Response-Szenario # Strukturierter Rahmen für die erneute Behandlung: Spenderwechsel, Protokollanpassung und Optionen der Dosiseskalation nach klinischem Kontext.

